Abruzzen

Drei Nationalparks, ein Regionalpark und Dutzende von geschützten Naturgebieten und Naturrevieren kennzeichnen diese Gegend, die auch unter dem Namen "Region der Naturparks“ bekannt ist.

Kein Wunder also, dass die Hauptstadt L'Aquila (Adler) heisst. Die Stadt wird von einer imposanten Burg aus dem 16. Jahrhundert beherrscht, in der das Nationalmuseum der Abruzzen (Museo Nazionale d'Abruzzo) untergebracht ist. Herrliche Zivil- und Kirchenbauten aus dem Mittelalter und der Renaissance prägen das Stadtbild.

Unter den zahlreichen und vielbesuchten Badeorten entlang der abruzzischen Küste ragt Pescara, Heimat von Gabriele D'Annunzio, hervor. Im Geburtshaus des Dichters ist heute ein kleines, faszinierendes Museum eingerichtet. In Chieti befindet sich ein wichtiges Archäologisches Nationalmuseum, das besonders für seine moderne und klare Ausstellungsstruktur bekannt ist.

Hier ist der Krieger von Capestrano, eine 1934 in der Provinz L'Aquila freigelegte Grabstatue aus dem 6. Jh.v.Chr., ausgestellt. Im Dom von Teramo ist das herrliche Antependium aus dem 15. Jh., ein Werk des grossen Abruzzer Goldschmieds Nicola da Guardiagrele, zu bewundern. Die Region ist nicht nur reich an Bau-, Kunst- und Naturschätzen, sie zeichnet sich auch durch eine Vielfalt von Volkstraditionen aus, wie beispielsweise das jährlich am ersten Maisonntag in Cocullo stattfindende Schlangenfest, Festa dei serpari, das Tausende von Besuchern in das kleine Dorf anlockt.

In den Abruzzen stimmt die Kunstgeschichte des Mittelalters mit der Geschichte der Klosterarchitektur überein. Die Ausbreitung der Benediktiner, die in langobardischer Zeit mit der Gründung von Nachfolgeklöstern der Abteien von Montecassino, San Vincenzo al Volturno und Farfa begonnen hatte, gewann an Bedeutung mit dem Beginn der Herrschaft der Franken. Diese förderten die Entstehung von einheimischen Abteien, wie San Clemente a Casauria, bzw. unterstützten die Selbst ändigkeit schon bestehender Klöster, wie San Giovanni in Venere und San Bartolomeo in Carpineto della Nora. Die Spuren dieses politischen, religiösen und künstlerischen Eifers prägen noch heute das abruzzesische Gebiet, das bis in die entferntesten Winkel mit alten Klöstern übersät ist. Diese tiefe Spiritualität vermittelt dem Besucher durch die Kunstwerke eine Vorstellung von der Ewigkeit Gottes.

7.11.08 16:57

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